Auftakt des Schuljubiläums – am 23. April im Pfadiheim angedacht, aber …

75 Jahre sind es dieses Jahr her, seit unsere Schule in Bern bewilligt * und kurz danach auch eröffnet wurde: zu Beginn des damals noch im Frühling beginnenden Schuljahres 1946/47.

Die Rudolf Steiner Schule Bern startete, wie Mitgründer Max Zumbühl später in der 50-Jahr-Jubiläumsschrift unserer Schule erinnerte, «im Frühjahr 1946 mit zwei Normalklassen und der (im Vorjahr eröffneten) heilpädagogischen Klasse, total 21 Kindern und 4 Lehrkräften, und zwar in primitiven, gemieteten Räumen eines Pfadfinderheims.» Aus dem Archiv der Berner Pfadi-Abteilung «Schwyzerstärn» hat sich (wie im «forum» Nr. 6/2019 berichtet) rekonstruieren lassen, dass die ersten fünf, sechs Schulmonate im noch heute bestehenden Pfadiheim am Schwyzerstärnweg in der Nähe des Berner Bahnhofs stattfanden. (Die weiteren Marksteine aus der Schulgeschichte: siehe forum 1/2021 bzw. Auszug weiter unten ** )

Im Rückblick auf die reiche Schulgeschichte *** ist die Idee entstanden, auf den Tag genau 75 Jahre nach dem ersten Berner Steinerschultag an den Gründungsort zurückzukehren. Als erster Schultag wurde der 23. April 1946 eruiert. Deshalb haben wir im letzten Spätherbst das Pfadiheim «Schwyzerstärn» für den Freitag, 23. April 2021 für unsere Schule reserviert. Dies in der Hoffnung, dass bis dann die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie wenigstens so weit gelockert sein könnten, dass wenigstens eine Auftakt-Veranstaltung zu unserem Schuljubiläumsjahr durchgeführt werden könnte.

Auftakt zum Schuljubiläum wegen Coronamassnahmen verschoben – jetzt OK gesucht!

Doch dann ist lange sehr ungewiss geblieben, was gegen Ende April im Pfadiheim Schwyzerstärn überhaupt erlaubt und möglich sein könnte. Unter diesen Umständen hat der Vorstand beschlossen, den angedachten Jubiläumsauftakt am 23. April abzusagen und das Schuljubiläum in hoffentlich «besseren Zeiten» zu begehen. Konkret soll jetzt rasch ein OK gebildet werden, damit neu zu konzipierende Jubiläumsaktivitäten ab Beginn des kommenden Schuljahrs durchgeführt werden können. Der Verschiebungsentscheid fiel in der Erwartung, dass nach den Sommerferien weniger Einschränkungen bestehen werden und dann dem aufgestauten Bedürfnis nach persönlichen Begegnungen und fröhlichen Festivitäten vielleicht eher entsprochen werden kann.
So oder so sollte das Schuljubiläum nicht nur der Rückschau dienen, sondern Gegenwart und Zukunft ins Blickfeld rücken. Wer Ideen hat, bei der Organisation mithelfen könnte, Beiträge leisten oder anderes mitteilen möchte, wende sich an die Unterzeichnenden (am einfachsten per E-Mail an: oeffentlichkeitsarbeit@­steinerschule-bern.ch). Und wer wissen will, was im Schuljubiläumsjahr möglich werden wird, informiere sich an dieser Stelle auf unserer Schulwebsite. Die Schulzeitschrift «forum» wird in der Herbstnummer verschiedene Beiträge zum Schuljubiläum enthalten. 

Für den Vorstand: Richard Begbie, Barbara Sarasin-Reich, Bruno Vanoni


* Die erste Schulbewilligung

«Sehr geehrte Herren», schrieb am 5. März 1946 der Erziehungsdirektor des Kantons Bern in einem Brief, adressiert an die «Herren Hans Jaggi und Max Zumbühl, Lehrer, Bern». Der Brief enthielt zwei Sätze: «Ihrem Gesuche entsprechend ermächtigen wir Sie hiermit, in Bern eine private Schule gemäss § 84ff des Primarschulgesetzes zu eröffnen. Die Beaufsichtigung der Schule wird dem Schulinspektorat des 4. Kreises übertragen.» Auf fünf Briefzeilen, ohne irgendwelche Detailregeln oder Beilagen, war damit die Bewilligung für die Rudolf Steiner Schule Bern erteilt, unterzeichnet «mit Hochschätzung» von Regierungsrat Alfred Rudolf.


** Marksteine aus der Schulgeschichte – Auszug aus dem Eröffnungstext zum Schuljubiläum im forum 1 2021 (erschienen Mitte März):

Erst nach einigen Monaten Unterricht im Provisorium des gemieteten Pfadiheims am Schwyzerstärnweg konnte das erste «richtige» Schulhaus an der Eigerstrasse 24 (damals noch Wabernstrasse 2 genannt) bezogen werden. Dort, in den Räumlichkeiten unseres heutigen Kinderhauses Vogelflug, wuchs die Schule rasch heran: 1949 wurden schon alle neun obligatorischen Schuljahre unterrichtet, und Anfang 1953 konnte bei einer Zahl von 115 Schülerinnen und Schülern bereits an einen Ausbau auf 12 Schuljahre gedacht werden – ein Ziel, das dann allerdings erst 1971/72 erreicht werden sollte. Damals, zum 25-Jahr-Jubiläum, wurden in den Schulräumen an der Eigerstrasse, am Friedeckweg und an der Effingerstrasse mehr als 300 Schülerinnen und Schüler und auch eine erste Kindergarten-Klasse unterrichtet.

Mit der Einweihung des Schulhaus-Neubaus in Ittigen kam die Schule 1978 zu ihrem zweiten Standort – und ein paar Jahre später auch zu einem neuen Namen: «Rudolf Steiner Schule Bern und Ittigen». Ihr Berner Teil zügelte 1992 an den Melchenbühlweg in den Osten der Stadt. 2009 folgte die Fusion mit der 1984 gegründeten Rudolf Steiner Schule Oberemmental in Langnau; damit war die heutige Organisationsform unter dem aktuellen Schulnamen geschaffen: «eine Schule – drei Standorte». 2012 schliesslich ging die ehemals selbständige Rudolf Steiner Kleinklassenschule Bern in unserem Schulorganismus auf: Ihre Klassen zügelten, nunmehr Mehrstufenklassen genannt, ins Bauernhaus unserer Schule nach Ittigen.


*** Weitere Beiträge zur Schulgeschichte