Zeugnisse

In der Unter- und Mittelstufe gibt es an Steinerschulen keine Noten.

Selbstverständlich korrigieren die Lehrpersonen alle Schülerarbeiten, jedoch lassen sie es nicht bei dürren Noten bewenden, sondern formulieren individuelle Beurteilungen. In den Zeugnissen gehen die Lehrpersonen ausführlich auf die Persönlichkeitsentwicklungen und auf die Lernfortschritte ihrer Schüler ein.

Die Steiner-Pädagogik richtet sich nach den Entwicklungsphasen der Kinder und Jugendlichen. Deshalb ist nicht der Wissensstand alleine, sondern die Gesamtentwicklung entscheidend. Initiative entwickeln die Kinder und Jugendlichen nicht aufgrund von Leistungsdruck, sondern aus einer gesunden Motivation heraus.

Von der ersten bis zur zwölften Klasse bleiben die Schüler/-innen nach Möglichkeit selbst dann in einer festen Klassengemeinschaft, wenn ihre Leistungen vorübergehend nachlassen.

Niemand bleibt sitzen.

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Eine Mutter schreibt zu den Zeugnissen der Steinerschule Ittigen (3. Klasse):
„Auf vier Seiten erfahre ich, wie sich mein Sohn in dem vergangenem Schuljahr in der Klassengemeinschaft und im Unterricht einbringen konnte. Ich bin fasziniert und berührt zugleich, wie die Lehrerin meinen Sohn erfasst hat. Wie sie sich Zeit nimmt jedes Unterrichtsfach für sich anzustimmen und ihn in einem klaren Bild erscheinen zu lassen. Ich habe das Zeugnis mit meinem Sohn mehrmals zusammen gelesen. Und immer wieder begegne ich meiner grossen von Herzen kommenden Dankbarkeit, meinen Kindern so eine aufmerksame Schulzeit geben zu dürfen. Es ist an den Lehrer eine grosse Aufgabe gegeben, nicht mit Noten meinen Sohn zu bewerten. Ich erlebe diese wirkliche Zuneigung des Lehrers zu meinem Kind. Wie in jeder Zeile diese Hingabe in Erscheinung tritt.“

Und ein Zeugnisspruch:

„Für starke Wanderer schuf Gott die Berge – und schuf die Hügel für die kleinen Zwerge.

Dem einen schuf er Mut für hohe Bäume, dem anderen Blumen für die stillen Träume.

So wunderbar hat Gott die Welt erbaut, dass jeder stark wird, der auf sie baut.“